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Praxis Dr. med. Erik-C. Miller |
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Verhütung
mit chemischen Mitteln
Die älteste erhaltene Beschreibung durch Einführung verschiedener Substanzen (Mixtur aus Honig, Natron und Krokodilexkrementen) in die Scheide eine Empfängnis zu verhindern, stammt aus dem altägyptischen Papyri Kahun um 1959 vor Christus. Noch heute werden verschiedenen Orts z.B. Zitronenscheiben appliziert oder auch Reisschleim mit Kochsalz; auch eine Mixtur aus Essig, Seifen und Quininen wurde bis vor nicht allzu langer Zeit empfohlen. Erstaunlicher Weise sind diese Volksmittel z.T. sehr wirksam. Moderne chemische Verhütungsmittel töten Spermien ab, sie wirken spermizid; sie liegen in Form von Tabletten, Zäpfchen, Ovula, Cremes, Schaum, Schwämmchen und Sprays vor und werden ca. 5 - 10 Minuten vor der Kohabitation in die Vagina eingebracht. Ihre Versagerquote liegt zwischen 6 und 36 (s. Übersicht). Die lokale Verträglichkeit der Präparate ist im allgemeinen recht gut, Reizerscheinungen (Allergien) sind eher selten. Die Gefahr, dass im Fall des Versagens der Methode Missbildungen beim Kind auftreten könnten, wird allgemein verneint, auch Aborte treten nicht häufiger auf. Die gleichzeitige Anwendung von mechanischen Mitteln , also Kondom oder Scheidendiaphragma mit einer spermiziden Creme war lange Zeit die meist empfohlene empfängnisverhütende Methode. Allerdings hat die Einbringung chemischer Mittel in die Vagina einen ganz entscheidenden Nachteil: Die natürliche Flora wird empfindlich gestört (der Name Chemie bringt das eigentlich schon zum Ausdruck) und die Anfälligkeit für Infektionen im Uro-Genitalbereich steigt deutlich an. In der Scheide leben quasi in Symbiose mit uns Milchsäurebakterien [Lactobacillus acidophilus], die eine natürliche Abwehr für das Eindringen von Krankheitserregern darstellen. Dies ist nichts Ungewöhnliches, im Darm sind es z.B. Coli-Bakterien, die für die Deckung unseres Bedarfs an Vitamin B sorgen. Diese Milchsäurestäbchen werden nach einem Münchner Gynäkologen auch Döderlein -Bakterien genannt. Sie finden sich übrigens in jedem handelsüblichen Joghurt, sie zersetzen Milch. Deshalb ist es durchaus sehr sinnvoll, gelegentlich Milchsäurebakterien in die Scheide einzubringen. Das ist nicht als Nachschub zu verstehen, die "Fremdbakterien" aktivieren die Ansässigen zur Vermehrung und Revierverteidigung. Es gelingt nirgenwo in unserem Körper, fremde Bakterien ansässig zu machen. Opfern Sie von Ihrem Joghurt also etwa alle 14 Tage einige wenige Gramm und führen sie diese entweder mit einem Tampon oder mit einem Applikator, den Sie von Ihrem Frauenarzt erhalten, ein. Es ist wenig sinnvoll, Präparate (Döderlein Med, Vagiflor - ein Vaginalzäpfchen um 1,50 €) zu kaufen, darin sind kaum lebende Bakterien zu erwarten, es sei denn die Schachtel mit den Scheidenzäpfchen würde in der Apotheke auch kühl gelagert, wie im Beipackzettel angewiesen, ich habe es noch nicht erlebt. Ausserdem ist Joghurt auch viel billiger. Aus den eben genannten Gründen sollte auch von der Anwendung von Intimsprays oder etwa Scheidenspülungen zu Pflegezwecken unbedingt abgesehen werden. Sie bewirken eher das Gegenteil. We regret that at the moment not yet all left and above in the task bar in English for the order; we operate on it. Top Next |