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Praxis Dr. med. Erik-C. Miller |
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Hormone
Für unser Dasein spielen Hormone eine ganz besondere Rolle: Sie steuern alle für die Erhaltung unseres Lebens notwendigen Prozesse, den Stoffwechsel, der auch das Wachstum im Kindesalter steuert. Fast alle Hormone finden sich deshalb auch bis zum Lebensende in "normaler" gleichbleibender Konzentration im Blut: Insulin, Schilddrüsenhormone, um nur 2 Beispiele herauszugreifen, die auch jedem Laien bekannt sind. NUR eine Hormongruppe nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Die Sexualhormone Östrogen und Testosteron sowie deren gemeinsame Vorstufe DHEA
(s. Bildungsweg)
fallen bereits ab dem 27. Lebensjahr ab.Wenn Sie dem Anti-Aging Gedanken folgen, ersetzen Sie diese Hormone, die im Alter in zunehmendem Maße fehlen. ![]() (entnommen:
Medical Tribune)
Seit 1984 läuft die Forschung zu den Sexualhormonen auf Hochtouren ,
unsere Erfahrungen reichen 30 Jahre zurück; die Nurses Health Study
läuft in den USA
seit 1976. Die HormonErsatzTherapie der Frau (HET, engl. Hormon Replacement Therapy, HRT) gehört heute in Deutschland zum Therapiestandard; Sexualhormone sind die meist verordneten Medikamente in einer gynäkologischen Praxis. Bei den Männern dagegen steckt die Therapie noch in den Anfängen, sozusagen in den Kinderschuhen. Welche Hormone sollten genommen werden? Logischer Weise alle die fehlen: Östrogene die Frau, Testosteron der Mann und deren Vorstufe DHEA beide. Durch eine passende Östrogen und /oder DHEA Medikation normalisieren sich bei der Frau auch die Testosteronwerte. Wenn nicht, muss auch Testosteron ersetzt werden, es spielt für die Libido eine große Rolle. Männer mit ausgeprägter Osteoporose werden in Spezialkliniken mit Östrogenen behandelt. In aller Regel reicht beim Mann aber die Verordnung von Testosteron und/oder DHEA. Um es noch einmal klarzustellen: Zunächst sollten die Hormonwerte im Blut exakt bestimmt werden, was fehlt muss ersetzt werden. Leider ist der individuelle Normalwert der Hormone nicht bekannt. In Zukunft wird man in jungen Jahren (20 bis 25) mit einer Blutabnahme die persönlichen Normalwerte bestimmen um sie dann später sehr gezielt und ganz exakt ersetzen zu können. Momentan zahlt das keine gesetzliche Krankenkasse. Allerdings haben wir durch 30 Jahre Erfahrung relativ gute Normalwerte junger gesunder Erwachsener, nach denen man beurteilen kann, ob Sexualhormone fehlen, oder nicht. Wenn die Blutspiegel von DHEA erniedrigt sind, sollte zuerst nur DHEA ersetzt werden. Steht nämlich ausreichend DHEA zur Verfügung, kann der Körper aus dieser Vorstufe die benötigten Sexualhormone (Östrogen oder Testosteron oder Beides) selbst produzieren. In vielen Fällen ist diese Produktionsschiene aber im Alter gestört, so dass dennoch Östrogen bzw. Testosteron zugeführt (lat.: substituiert) werden müssen. Wieviel von den Hormonen muss man nehmen? In welcher Dosierung Hormone dann zugeführt werden müssen, weiß ein endokrinologisch erfahrener Gynäkologe; er geht nach dem Prinzip "So
wenig wie möglich aber soviel wie nötig"
vor und wird die optimale Einstellung für jeden Patienten finden, in jedem Fall sollte die Therapie einschleichend beginnen. Also für 1 Zyklus nur 25 µg/Tag selbst wenn man aus der Erfahrung weiß, dass mindestens 50 µg notwendig werden. Bei zu forschem Beginn können leicht Nebenwirkungen auftreten (die Frau ist hohe Hormonspiegel nicht mehr gewöhnt). Für die Hormonersatztherapie gelten ansonsten prinzipiell die gleichen Regeln, wie für jede andere Therapie auch. Gelegentlich lesen Sie in der Zeitung, "je niedriger dosiert wird, desto besser". Nach dieser Logik wäre es dann aber am Besten, gar nichts zu nehmen, denn nur dann geht niedriger nicht mehr. Hier melden sich viele selbst oder durch die Presse ernannte "Experten" zu Wort, die leider zu einer großen Verunsicherung beitragen: .Sie werden sich Ihren Blinddarm kaum vom Psychiater oder Internisten entfernen lassen, auf der anderen Seite werden Sie mit Depressionen oder Herzbeschwerden auch nicht zum Chirurgen gehen. Endokrinologie ist bislang nur eine Zusatzfortbildung. Leider. Es gibt im Facharztkatalog bis heute offiziell nicht einmal einen "Diabetologen", es gibt "diabetologisch qualifizierte" Ärzte. Nur die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) vergibt bei Nachweis der entsprechenden Qualifikation die Zusatzbezeichnung "Diabetologe DDG". Das beschreibt die Situation deutlich. In welcher Form sollten die Hormone zugeführt werden? Prinzipiell stehen die Sexualhormone (Östrogene als auch Testosteron) als Tabletten (Dragees, Kapseln), Pflaster, Gel, Nasenspray (nicht Testosteron) und Depotinjektionen (nicht Östrogene) zur Verfügung (DHEA nur als Tabletten): 1. Tabletten werden über den Magen aufgenommen; da Sexualhormone nicht wasserlöslich sondern fettlöslich sind, müssen sie zusammen mit etwas Fett (Frühstück, Stück Schokolade) eingenommen werden. Also die übliche Tabletteneinnahme mit einem Glas Wasser außerhalb der Mahlzeiten ist hier ausnahmsweise ungeeignet. 2. Pflaster und Gel werden über die Haut aufgenommen, Nasenspray über die Schleimhäute. Das soll den Vorteil haben, dass eine erste Leberpassage umgangen wird - manche sehen darin auch wieder einen Nachteil, das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. Gel und Nasenspray müssen wie die Tabletten täglich angewandt werden, dagegen klebt man das Pflaster nur 1 oder 2 mal in der Woche. Dies kann ein Vorteil sein. Bei den Pflastern (TTS = Transdermales Therapie System) unterscheidet man 2 verschiedene Sorten: a. Pflaster, die sehr gut kleben, aber nicht abgenommen werden können (FKK, Sauna u.ä.), da sie danach überhaupt nicht mehr kleben, sog. Matrixpflaster. b. Oder Pflaster, die nicht ganz so gut kleben (müssen beim Baden abgenommen werden), dafür kleben sie aber nach jeder Abnahme wieder einwandfrei. ![]() (entnommen:
Medical Tribune)
Während die Pflaster für die Frau immer kleiner und transparenter und damit unauffälliger werden, ist das Testosteronpflaster noch unangemessen groß, weiß gefärbt und mit einer Erhebung für das Hormondepot ausgestattet (bislang stellt nur eine Firma ein Pflaster her). Gel oder Tabletten sind dagegen "unsichtbar", das kann vorteilhaft empfunden werden. 3. Testosteron kann auch injiziert werden; die bisher handelsüblichen Präparate mussten alle drei Wochen gegeben werden, ein neues Medikament, Testosteron-Undecanoat [Nebido®] nur noch alle 3 Monate. Allerdings sind Injektionen wegen der diskontinuierlichen Medikamentenabgabe prinzipiell ungünstig und deshalb auch in besonders gelagerten Fällen zu empfehlen. Für Frauen mit weiter bestehenden Libidoproblemen unter einer Östrogentherapie steht ein Testosteronpflaster mit geringere Dosis zur Verfügung (Intrinsa®), dass 2 mal wöchentlich angewendet wird. 4. DHEA wird täglich als Tablette oder Kapsel ohne Pause zugeführt. In welcher Form also Hormone zugeführt werden, sollte allein der Patient nach seinen Lebensumständen entscheiden. Bei der Einstellung der Therapie sind einige Dinge zu beachten, deshalb sollte ein Hormon-Spezialist dies übernehmen: 1. Frauen, denen die Gebärmutter (Uterus) noch nicht entfernt wurde, sollten - noch! - postmenopausal (Postmenopause beginnt 2 Jahre nach Ausbleiben der Regelblutung) eine sehr kleine Gestagendosis zum Schutz vor Gebärmutterkrebs erhalten. Die meisten Studien ergaben gerade ein Risiko durch die Einnahme von Gestagenen, nicht für die alleinige Therapie mit Östrogenen. Dies ist auch nicht ganz neu. Das Gestagen sollte deshalb außerdem sehr sorgfältig ausgewählt und angepasst werden; es gibt sehr viele verschiedene und unterschiedlich wirksame Gestagene, dagegen nur wenige Östrogene, die im Wesentlichen auch alle gleich wirken. In den beiden jüngsten Studien, die einer gewissen "Hysterie" geführt haben, wurde ein Gestagen (MPA) verwendet, dass in Deutschland für eine Hormonersatztherapie unüblich ist und nur in Sonderfällen verordnet wird. Dosierung und Auswahl des Gestagens (in Bezug auf die verordneten Östrogene [Pflaster, Gel, Tabletten]) sind entscheidend für die Psyche der Frauen. Falsche Dosierung führt zum einem Zustand, den Goethe schon so eindrucksvoll beschrieb: "Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt", also zu einer schweren Einbuße an Lebensqualität. Anti-Aging will genau das Gegenteil. Wie gefährlich sind Hormone nun wirklich? Wir brauchen Hormone, sie steuern alle zentralen, lebenserhaltenden Prozesse. Für die Therapie mit Östrogenen ist in mehr als 1000 Studien nachgewiesen, dass die Einnahme großem Vorteil ist. Bis zum vergangenen Jahr (2002) war die Welt auch noch in Ordnung. Aber dann wurden die Ergebnisse von 2 Studien veröffentlicht, die im Gegensatz zu den 1000 Studien vorher ein Aufsehen erregten, dass sie eigentlich gar nicht verdient haben. Ein erhöhtes Brustkrebsrisiko findet sich nicht bei der jungen Frau bis 27 (hohe Östrogenwerte) oder bei Schwangeren (noch 1000 mal höhere Östrogenspiegel als die junge Frau). Das Brustkrebsrisiko steigt mit zunehmendem Lebensalter an, offenbar in dem Maße wie die Östrogene abfallen. Jede 8. bis 10. Frau wird bis zu ihrem 70. Lebensjahr einen Brustkrebs bekommen .Das Risiko sinkt übrigens in jungen Jahren bei Frauen ohne Eisprung, da dann die Gestagene (Ausschüttung nach einem Eisprung) wegfallen ohne dass ein Östrogenmangel besteht. In einer großen amerikanischen Studie wurde eine Risikominderung von 60 % für derart betroffene Frauen zwischen 18 und 22 Jahren festgestellt. Auch bei Stillenden (hohe Östrogene, wenig Gestagen, da kein Eisprung) finden sich deutlich weniger Brustkrebsfälle. Auch die medizinischen Fachgesellschaften (Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Deutsche Menopause Gesellschaft, Berufsverband der Frauenärzte) haben Zweifel an der Aussagekraft der neuesten Studien, die von der Presse aufreißerisch präsentiert und laienhaft unprofessionell kommentiert werden. Besonders die "Süddeutsche Zeitung" und das ZDF mit seinem Magazin "Focus" heben sich immer wieder durch besonders negative und Angst erzeugende Berichte ab. Von der Presse sollte man eigentlich solidere und fundiertere Berichterstattung erwarten. Aber: Leider bringt nur ein besonderer "Aufreißer" in diesen Zeiten auch Leser und Zuseher, das Budget der Presse ist nachhaltig zusammengestrichen worden, für eine Aufbereitung durch Top-Spezialisten fehlt momentan das Geld. Die Logik spricht dafür, Sexualhormone einzunehmen: Fast allen Alterserkrankungen kann vorgebeugt werden ,
Östrogene
spielen eine sehr positive Rolle. Warum in aller Welt sollte es an der Brust auch anders sein als im gesamten Organismus sonst? Allerdings fördern die Östrogene durch ihre durchblutungsfördernde und proliferierende Wirkung auch notwendigerweise das Wachstum eines bereits vorhandenen Tumors. Dies wurde in den beiden jüngsten - und auch früheren - Studien festgestellt. Nicht Mehr, aber auch nicht Weniger. Niemand behauptet übrigens, dass nicht auch unter Östrogeneinnahme Krebs entstehen könnte, es entstehen aber nur halb so viel Tumoren als ohne Hormonersatztherapie. Und Fakt ist weiter: Ein unter Östrogentherapie entdeckter Brustkrebs ist sehr viel erfolgreicher zu behandeln, die Überlebenschancen sind wesentlich besser; dies ist auch das Ergebnis aller anderen Studien, nicht der englischen. Und das Überleben ist bei der Diagnose "Krebs" letztlich entscheidend. Millionen von Frauen nehmen ihre Hormone und das aus gutem Grund, sie sollten sich auch nicht verunsichern lassen und ihre Therapie unbeirrt und vertrauensvoll fortsetzen. Jeder gute Arzt wird seine Patienten aufklären, NUR der Unwissende wird verunsichern, da er selbst verunsichert ist. Es gibt weitere Hormone, deren Erhöhung eine krankhafte Situation anzeigen, zum Beispiel Prolaktin. We regret that at the moment not yet all left and above in the task bar in English for the order; we operate on it. Top Next |