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 Praxis Dr. med. Erik-C. Miller 
                                                                                                                                                                                                                                                                                         

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Intrauterine Kontrazeption

Das Prinzip dieser Verhütung sehr alt und wurde schon von den Beduinen vor einigen Tausend Jahren genutzt. Sie legten Kamelen Steine in den Uterus, um Schwangerschaften der Tiere beim Durchqueren der Wüste zu verhindern.


Die erste Beschreibung über die Anwendung von intrauterinen "Gegenständen" zur Kontrazeption beim Menschen ist in den "Frauenkrankheiten" von Hippokrates zu finden.
Die eigentliche Übertragung der Methode auf den Menschen gelang etwa um die Jahrhundertwende 1909:

alte Spiralen Links:Fructulet nach
Nassauer

Rechts:Spreizpessar nach Hollweg    
Links:
Gräfenberg-Ring
Rechts:
Ota-Ring

Gräfenberg-Ring  Ota-Ring

Aber erst dem Berliner Gynäkologen Gräfenberg gelang 1928 mit dem nach ihm benannten Spiralring der eigentliche Durchbruch. Dieser erste Intrauterinpessar (IUP oder englisch IUD = Intrauterine Device) sah etwa so aus wie die Spiralfeder eines Kugelschreibers, die an beiden Enden zum Ring vereinigt sind: Daher auch die Namen "Spirale" und "Ring", die noch heute gebräuchlich sind.
Der Draht war versilbert (oder vergoldet) und dementsprechend teuer war das Pessar denn auch.
In gynäkologischen Lehrbüchern wurde der Gräfenberg-Ring jedoch nur genannt, um verurteilt zu werden (PEARL Index 1,6).

Endgültig durchgesetzt hat es sich deshalb erst 1964 durch allgemeine Einführung von Plastikmaterial, denn damit konnten erschwingliche Plastik-IUD produziert werden; einer der ersten IUD's war der amerikanische Lippes-Loop (Abbildung 1: a). Die heutige Form erinnert auch nicht mehr an Ring oder Spirale. Die häufigste Form heute ist ähnlich einem T. Nur in Japan wird weiter ein Ota-Ring verwendet, der von dem Japaner Tenrei Ota 1934 eingeführt wurde. Er besteht ebenfalls entweder aus Gold oder Silber und kommt dem Gräfenberg'schen Original sehr nahe und ist quasi die japanische "Antwort". Der Dana (Abbildung 1: c) stammt aus der Tschechoslowakei und wurde in der ehemaligen DDR benutzt.

IUD's
a. Lippes-Loop
b. Saf-T-Coil

c. Dana-Super

    Dana cuprum
d. Kupfer-T

    (Gyne-T)
e. Kupfer-7

    (Gravigard)
f. Multiload

g. Progestasert
   
Abbildung 1

Allerdings stellte man sehr schnell fest, dass der Gräfenberg-Ring nicht ohne Grund versilbert war. Die Silberionen waren ein Teil der verhütenden Wirkung, sie schädigen die Spermien. Seit etwa 1969 wird deshalb der IUD mit Kupfer beschichtet (Abbildung 1: c) oder mit Kupferdraht umwickelt (Abbildung 1: d, e, f), z.B., hier ein T-Modell mit dem zugehörigen Inserter:

Kupfer-T

Kupfer ist billiger, die Wirkung dem Silber ähnlich. In Deutschland sind vor allem 2 Formen im Handel, der Multiload (links) und der Kupfer-T (rechts); diese Spiralen kosten inkl. Einlage um € 200:

Häufigste Spiralenformen

Seit 1998 sind weltweit 6 neue IUD's erschienen:

Cu Safe 300
Fincoid-350
Sof-T
Multiload Mark II
GyneFix
ICFD
Cu Safe 300
Fincoid-350
Sof-T
Multiload Mark II
GyneFix
ICFD
Abbildung 2

Die ersten 4 (von links) sind Weiterentwicklungen bekannter Typen, wobei Sof-T ausschließlich für den Vertrieb in der Schweiz entwickelt wurde.
Interessant sind die letzten 2 Typen, die prinzipiell eine neue Qualität darstellen.

Ganz neu auf dem Markt sind Goldlily (Gold-Kiupfer-Legierung) und Silverlily (Silber-Kupfer-Legierung); Die Gold-Kupfer-Legierung soll dabei erst nach 10 Jahren gewechselt werden müssen PDF-Datei:

Goldlily

GyneFix (früher auch Cu-Fix 390) - in den USA Flexi Gard 330 genannt [es gibt auch einen Gravigard] - ist ein in Belgien hergestelltes System, bestehend aus einem Nylonfaden, auf dem 6 Kupferhülsen aufgefädelt sind. Die Verträglichkeit ist dadurch - insbesondere bei Frauen die noch nicht geboren haben, deutlich besser. Die Kupfermenge entspricht mit 420 mg der anderer Spiralen (TCu380A = 380 mg, MLCu375 = 375 mg); dieser Faden wird im oberen Bereich der Gebärmutter 1 cm tief in der Wand fixiert, dieses Handling muss geübt sein:

GyneFix

Die Sicherheit ist besser als bei anderen Spiralen, es gibt - besonders bei längerer Liegedauer - weniger Schwangerschaften, allerdings ist das IUD mit € 400 (inklusive der Einlage) auch deutlich teurer, das IUD muss importiert werden:

Statistik

Die Vermarktung dieser Spirale in Deutschland durch eine einheimische Firma scheiterte im Juni 2001, sie muss deshalb - deshalb auch die hohen Kosten - vom Hersteller bezogen werden.

Das Intracervical Fixing Device (ICFD) wird derzeit in Belgien getestet; es ist ca 4 cm lang un hat unten einen 5 mm Riegel, der im Muttermund verankert wird. Die Entfernung ist nur mit einer speziellen Zange möglich. Wann die Markteinführung erfolgen wird, ist noch nicht bekannt.

Seit 1974 gibt es IUD, die nicht mit Kupfer sondern statt dessen mit einem Hormon, dem Gelbkörperhormon Progesteron, beschichtet sind (g) [Biograviplan, Progestasert, Mirena]. Dieses Hormon wirkt wie die Minipille. Hier das IUD Mirena, dass täglich 20 µg Levonorgestrel (ein Gestagen) freisetzt, dies ist etwas niedriger als bei den entsprechenden Minipillen (30 µg/die), die man auch zum testen der Verträglichkeit vorher etwa 3 Monate lang einnehmen sollte, die Kosten von Progesteron-IUD's liegen (mit Einlage) bei etwa € 300:

IUD Mirena

Heute verhüten weltweit etwa 60 bis 70 Millionen Frauen mit einem IUD.

Wie wirkt ein IUD? Nun, ganz genau wissen wir es auch heute immer noch nicht, aber diskutiert werden mehrere Komponenten:

1. Der Fremdkörper führt in der Gebärmutterschleimhaut zu einer Abwehrreaktion, die Schleimhaut wird geschädigt, ein befruchtetes Ei kann sich nicht einnisten. Da die Schleimhaut aber bei der nächsten Regelblutung komplett abgestoßen wird, hat dies keinerlei nachteilige Folgen. Die nächste Schleimhaut ist - so der IUD entfernt ist - wieder völlig normal und gesund.

2. Der Fremdkörper an sich stört die Einnistung eines Eis rein mechanisch, er bewegt sich ja immer etwas.

3a. Kupfer dissoziiert in feuchter Umgebung (Chemieunterricht!), die Kupferionen schädigen die Spermien nachhaltig ( s.o. ); irgendwann ist das Kupfer verbraucht, deshalb sollte ein IUD nach etwa 1,5 Jahren gewechselt werden; nach spätestens 2 Jahren lässt die Sicherheit rapide nach. Das reine Plastikteil hat einen PEARL-Index von nur noch 3,5.

3b. Progesteron wirkt wie die Minipille , diese besteht nur aus Progesteron bzw. einem anderen Gestagen.

4. Der Transport des Eis durch die Eileiter wird verlangsamt, das Ei kommt zu spät in der Gebärmutter an und kann sich nicht mehr einnisten.

Vorteile:
Das Problem Verhütung ist für 1,5 bis 2 Jahre (nur beim GyneFix länger) definitiv mit dem heute möglichen Sicherheitsstandard ( PEARL-Index 0,4) gelöst.
Eine regelmäßige Einnahme von Tabletten, die man vergessen könnte, entfällt.
Der Geschlechtsverkehr wird nicht gestört, Vorbereitungen entfallen.
Da die Kupferionen auch antibakteriell wirken, sind Entzündungen nicht zu befürchten, deshalb kann die Einlage eines Kupfer-IUD auch bei Frauen erfolgen die noch keine Kinder geboren haben oder später noch Kinderwunsch haben.
Eine hormonelle oder negative chemische Wirkung entfällt (Ausnahme: Hormonspirale ).
Wie von der Universität Jerusalem kürzlich festgestellt wurde, wird die Rate an Krebs um 60 % verringert, IUD's bieten also Schutz!

Nachteile:
Der Blutungstyp der Regel kann sich ändern, zuerst starke Blutung, dann Schmierblutungen; für Frauen mit ohnehin langer Menstruation deshalb unter Umständen nicht geeignet.
Während der Menstruation kommt es zu einer Kontraktion der Gebärmutter (die u.a. der Blutstillung dient), der Fremdkörper kann dabei Schmerzen verursachen oder Regelbeschwerden verstärken. Gleiches gilt, wenn Myome in der Gebärmutter sind - gerade hier hat GyneFix Vorteile. Ihr Frauenarzt wird wissen, ob dies zu erwarten ist.
Die Einlage, die zweckmäßiger weise während einer Regelblutung erfolgt, gehört nicht zu den angenehmsten Dingen des Lebens, allerdings erhalten die ganz Ängstlichen Medikamente für die Einlage, die für den Lippes-Loop etwa so erfolgt:

IUD-Einlage

Das Hormon-IUD enthält ein Progesteron (Levonorgestrel), dieses Hormon kann durchaus negative Wirkungen entfalten, die zu einer Entfernung des IUD führen. Ob die Einlage vertragen wird, wird deshalb durch die vorherige Einnahme der Minipille für einen gewissen Zeitraum getestet.

We regret that at the moment not yet all left and above in the task bar in English for the order; we operate on it.


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