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Praxis Dr. med. Erik-C. Miller |
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Allgemeiner
Impfstatus
Überprüfen Sie zunächst Ihren persönlichen Impfstatus oder besser noch lassen Sie ihn überprüfen; in jedem Fall muss Ihr Impfpass her! Nur 59 % aller Mitbürger lassen sich wie empfohlen impfen. ![]() (entnommen:
Medical Tribune)
Sie haben keinen Impfpass? Wenn auch Ihre Mutter ihn nicht hat, dann sollten Sie sich dringend impfen lassen und zwar gegen mindestens alle Infektionskrankheiten, die für Deutschland empfohlen werden, denn: Wer eine Impfung nicht nachweisen kann, gilt als ungeimpft und damit ungeschützt! Übrigens entfällt bei Impfungen die kürzlich eingeführte Praxisgebühr und diese Impfungen sind für Sie zudem kostenlos, die Kosten werden von Ihrer Krankenkasse voll übernommen. Selbst zahlen Sie nur für Impfungen die über diesen Katalog hinausgehen und deshalb als Reiseimpfungen eingestuft werden. Um welche Standard-Impfungen geht es also? Diphtherie - FSME - Grippe (Influenza) - Haemophilus influenzae Typ b (Hib) - Hepatitis A - Hepatitis B Keuchhusten (Pertussis) Kinderlähmung (Poliomyelitis) - Masern - Mumps Pneumokokken - Röteln > - Windpocken (Varizellen) - Wundstarrkrampf (Tetanus) Wogegen kann noch geimpft werden? Bei erhöhtem persönlichen Risiko: Gürtelrose (Herpes zooster) - Pocken -Tollwut - Tuberkulose - Rotaviren Und dann sind da noch die Reiseimpfungen, besonders für Fernreisen: Cholera, Gelbfieber, Japanische Enzephalitis,Meningokokken-Meningitis, Tollwut (Rabies, Lyssa), Typhus und die Malariaprophylaxe. Und Spezialimpfungen bei gehäuften Uro-Genitalinfektionen. Sie haben Ihren Impfpass gefunden? - Sehr gut. Prüfen Sie als erstes, ob Sie (zwei) Einträge zu Masern, Mumps und Röteln (Lebendimpfstoffe) finden. Heute impft man mit einem Kombinationsimpfstoff 2 mal im Abstand von 4 Wochen, eine weitere Auffrischung ist nicht notwendig, der Impfschutz hält lebenslang. Alle drei Infektionskrankheiten sind Ihnen als "Kinderkrankheiten" bekannt, sie können diese Infektionen, die von Viren hervorgerufen werden, aber auch im Erwachsenenalter bekommen, die Verläufe können schwer sein. Ein Impfschutz gegen Röteln ist besonders wichtig, wenn eine Schwangerschaft geplant ist um das sich entwickelnde Kind vor der gefürchteten Rötelnembryopathie (Missbildung) sicher zu schützen. Gegen alle 3 Infektionskrankheiten kann auch einzeln geimpft werden, obwohl dies natürlich wenig Sinn macht. In einer bereits bestehenden Schwangerschaft darf nicht geimpft werden! Die Europäische Union plant, die Masern bis 2007 in Europa auszurotten. Allerdings werden derzeit immer wieder Endemien beobachtet, zuletzt 2001 in Norddeutschland und 2002 in Italien .
In 2006 ist Nordrhein-Westfahlen betroffen. In Deutschland sind nur 65 % der Kinder geimpft. Die "Maserung" im Holz, vom althochdeutschen "Masar (Fleck, Zeichnung)", hat dieser Infektionskrankheit ihren Namen gegeben. Weltweit sind von 1999 bis 2002 etwa 30 % weniger Menschen an Masern gestorben, 2002 waren es noch ca. 600 Tausend. Auf 3 Tausend Infektionen tritt einmal eine Hirnhautentzündung auf, die in 20 Prozent der Fälle tödlich verläuft - wer überlebt trägt oft bleibende Schaden davon. Blättern Sie, ob sich Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis (Totimpfstoffe) finden, heute als Kombination. Für die Grundimmunisierung sollten Sie 3 Eintragungen finden (eine Erste, eine Zweite nach 4 Wochen und eine Dritte nach etwa 6 - 12 Monaten), danach wird alle 8 bis 10 Jahre aufgefrischt (lateinisch: geboostert), die letzte Impfung sollte also mindestens 1993 dokumentiert sein, sonst nichts wie hin zu Ihrem Doktor. Tetanus oder zu deutsch Wundstarrkrampf lauert auf Sie, wenn Sie Verletzungen haben und diese in Berührung mit Erde - Wald, Feld oder Blumentopf - kommen. Dies kann leicht tödlich enden. Lassen Sie sich impfen, auch wenn Sie kein Gartenbesitzer sind! Mit Diphtherie können Sie sich schon in der U-Bahn anstecken, aus München sind mehrere Fälle bekannt. In der ehemaligen Sowjetunion herrscht eine schwere Diphtherie-Epidemie, die 1993 5 Tausend Tote forderte. Sie können sich bei Besuchern oder jetzigen Mitbürgern aus diesen Gebieten leicht anstecken, schützen Sie sich! Pertussis wird nur noch bis zum 17. Lebensjahr aufgefrischt, sie ist für uns Erwachsene nicht mehr von Bedeutung. Wer auf Nummer sicher gehen will: Auffrischung alle 8-10 Jahre, Kosten um € 25,-. Empfohlen wird die Impfung nur noch für exponierte Personen, die in entsprechenden Kinder-Einrichtungen tätig sind. Geimpft wird ausschliesslich in den Oberarm! Die Poliomyelitis (Lebendimpfstoff) Grundimmunisierung erfolgt mit 2 Impfungen im Abstand von 4 bis 8 Wochen und einer dritten Impfung nach 6 bis 12 Monaten. Da Deutschland seit Mai 1998 als poliofrei gilt, wird nach dem 18. Lebensjahr auch nicht mehr routinemäßig aufgefrischt. Die Impfung gilt deshalb als Reiseimpfung. Da allerdings schon bei Reisen nach Südosteuropa (Mittelmeerregion), also in eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen (besser EU-Bürger), eine Impfung dringend empfohlen wird, sollte man die geringfügigen Kosten von etwa € 20,- nicht scheuen und sich alle 8-10 Jahre eine Auffrisch-Impfung (IPV-Impfstoff) geben lassen. Von der Schluckimpfung, die früher üblich war, ist man wegen Lähmungsfällen (1 Fall auf 4 Mio. Geimpfte) abgekommen. Die weltweite Verbreitung ist in den letzten Jahren zwar deutlich zurückgegangen, gehen Sie dennoch auf Nummer sicher: ![]() Die aktuelle Impfempfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) legt deshalb für die eben genannten 4 Infektionen fest: ![]() Neuerdings fordern Kinderärzte, Kleinkinder gegen Varizellen (Windpocken) zu impfen, da 6 % aller Kinder, die an Windpocken erkranken, Komplikationen (zum Teil sehr schwere) bekommen. Jedes Jahr kommen 6.100 Kranke wegen Windpocken in die Klinik, pro Tag also etwa 18! Nach Einführung der Impfung in den USA ist die Zahl der erkrankten Kinder in 4 Jahren um 70 % zurückgegangen. Nach den neuen STIKO-Empfehlungen sollen in Deutschland alle 12 bis 15 Monate alten Kinder gleichzeitig mit der Masern-Mumps-Röteln-Impfung auch gegen Varizellen geimpft werden. Zusätzlich sollen alle ungeimpften 9- bis 17-jährigen geimpft werden. Kinder bis zum 13. Lebensjahr müssen nur einmal geimpft werden, Jugendliche und Erwachsene im Abstand von 4 bis 8 Wochen zweimal. Da es ein Lebendimpfstoff ist, ist die Gabe an Schwangere kontraindiziert. Eine Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b werden Sie wahrscheinlich nicht finden; diese Impfung wurde erst vor einigen Jahren eingeführt und erhalten ohnehin nur Säuglinge und Kleinkinder. Ab einem Alter von 5 Jahren sind Impfungen nur in Ausnahmefällen erforderlich. Gegen Tuberkulose wurde früher jedes Neugeborene sofort mit dem sog. BCG (Bacille/Calmette/Guérin) Impfstoff geimpft; dieser Impfstoff wurde etwa 1920 von Albert Calmette und Camille Guérin entwickelt, er ist aber nicht mehr besonders wirksam, seit in den GUS-Ländern sehr resistente Erreger gefunden wurden. Übrigens stellt Microsoft-Gründer Bill Gates mit seiner Frau Melinda in seiner gleichnamigen Foundation für die Tuberkulose-Impfstoff_Forschung 83 Millionen US-$ bereit. In Deutschland erkranken jährlich etwa Tausend Personen, weltweit sind es 8 Millionen. Dringend empfohlen wird dagegen eine Impfung gegen Grippe (Influenza) für alle, besonders aber für Personen über 60 Jahre, Kindern und Jugendlichen sowie Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens (konsultieren Sie Ihren Arzt) bzw. erhöhter expositioneller Gefährdung. Die Impfung wird jährlich, vorzugsweise im Herbst (September - November), besser zusätzlich auch im Frühjahr (Januar - März), mit einem aktuellen Impfstoff durchgeführt; die Kosten trägt Ihre Krankenkasse. Die aktuelle Grippegefährdung in den einzelnen Bundesländern sehen Sie hier: .Genauso wichtig ist für alle älteren Menschen und Risikopatienten eine Impfung gegen Pneumokokken ,
die alle 6 Jahre (Kinder unter 10
Jahre alle 3 Jahre) wiederholt werden sollte. Zu Denken geben sollte
Ihnen, dass die
Krankenkassen alle Bürger ab dem vollendeten 2. Lebensjahr zu
dieser Impfung einladen, die zahlen nur das absolut Notwendige! Je mehr
Impfungen Sie haben, desto mehr sind Sie
auf der sicheren Seite. Leider dringt diese Impfung nicht ins
öffentliche Bewusstsein ein, von den 14 Millionen
über
60-Jährigen sind nur knapp 1/3 geimpft, obwohl
jährlich ca.
10 Tausend Menschen an dieser Infektion sterben (8 Tausend davon sind
Ältere) und 80 bis 135 Tausend
Menschen deshalb ins Krankenhaus müssen (2 Millionen
Krankenhaustage). Neu eingeführt wurde 1997 auf Beschluss der WHO auch die Impfung gegen Hepatitis B. Sie wird allerdings nur bis zum 18. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Sie zählt damit für Erwachsene zu den Reiseimpfungen, ebenso wie die Hepatitis A-Impfung. Rotaviren verursachen 70 % aller Durchfallerkrankungen im Kindesalter, deshalb sollte man Kleinkinder bis zum 3. Lebensjahr impfen, denn fast alle Kinder erkranken bis zu einem Alter von 3 Jahren an einer Rotavirus-Infektion. Es wird geschätzt, dass in Afrika, Asien und Lateinamerika jährlich etwa 500 Millionen Kinder erkranken und etwa 600000 bis zu 1000000 durch Rotavirus-Infektionen sterben. ![]() Seit dem Jahre 2006 stehen 2 Impfsoffe zur Verfügung: Rotarix® von GlaxoSmithKline und Rotateq® von Merck (in Deutschland MSD). Rotarix® ist eine monovalente attenuierte Lebendvakzine, die von dem häufigsten Serotyp G1P abgeleitet ist. Der Impfstoff hat eine hohe Replikationsrate im Darm, weshalb die Dosis relativ niedrig gehalten werden kann. Zwei orale Dosen im Abstand von zwei Monaten reichen aus. Rotateq®ist ein modifizierter boviner Rotavirenstamm, der mit fünf Antigenen der häufigsten beim Mensch auftretenden Rotavirus-Serotypen versehen wurde. Das gentechnisch veränderte Virus vermehrt sich im Darm nicht so gut wie das Konkurrenzprodukt und muss deshalb höher dosiert werden. Erforderlich sind drei Dosierungen im Abstand von jeweils mindestens einem Monat. Ein früherer Schluckimpfstoff musste vor einigen Jahren vom Markt genommen werden. Wer in Süddeutschland wohnt oder oft hierher verreist, also in ein Gebiet in dem die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME) vorkommt, sollte auch diese Impfung alle 3 Jahre nicht versäumen. ![]() Da es sich im Wesentlichen um eine Reiseimpfung handelt und sie deshalb auch nicht von jedem Versicherer bezahlt wird, finden Sie die Einzelheiten (Verbreitung, Risikogebiete usw.) zu FSME unter den Reiseimpfungen. Sie haben alle Impfungen gefunden und die letzten Impfungen liegen jeweils nicht zu lange zurück? Glückwunsch. Sie sind dann eigentlich rundum relativ gut gesichert. Nur für spezielle Reisen oder bei besonderen persönlichen Risikofaktoren kommen noch weitere Impfungen in Frage .
Wann darf geimpft werden , besser wann nicht ? Geimpft werden kann jeder Gesunde; bei gerade bestehenden Infektionen sollte man das Abklingen abwarten. Daneben müssen verschiedene akute oder chronische Erkrankungen berücksichtigt werden, insbesondere auch bekannte Allergien. Für Schwangere gelten besondere Regeln. Ihr Arzt führt mit Ihnen ein ausführliches Gespräch über die möglichen Risiken. Generell gilt: Rötungen, Schwellungen und Schmerzen im Bereich der Injektionsstelle, leicht erhöhte Körpertemperatur sind in den ersten 48 Std. normal - der Körper reagiert und er soll auch reagieren und Antikörper produzieren! We apologize that most sub pages linked on the left sidebar are in German language for the moment unless mentioned otherwise. Top Next |