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Praxis Dr. med. Erik-C. Miller |
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Medikamentöser
Schwangerschaftsabbruch
Bis zur 7. Schwangerschaftswoche
RU 486 - Mifepriston: Das Präparat stammt aus Frankreich (Dr. Etienne-Emile Baulieu) und wurde 1980 von der Fa. Roussel-Uclaf (RU) unter der Labornummer 486 entwickelt; es ist seit 1999 in Deutschland (sowie fast ganz Europa und den USA) unter dem Namen Mifegyne zugelassen. Für die Durchführung braucht ein Frauenarzt in Deutschland eine spezielle Zulassung. Beobachtungen liegen vor von über einer halben Million Aborteinleitungen in den letzten 20 Jahren. In Deutschland beträgt der Anteil z.Zt. (2002) nur etwa 5 %. Methothrexat: Alternativ dazu wird seit 1953 in den USA, Canada und Großbritannien Methothrexat benutzt. Das Prozedere ist für beide Medikamente praktisch identisch. In Deutschland nicht zugelassen. 1. Arztbesuch Feststellung der Schwangerschaft und der Voraussetzungen (maximal 49. Tag nach letzter Regel, Großbritannien 63. Tag) für die Medikamentengabe, ggf. Blutabnahme; nicht bei Folgendem: - älter als 35 Jahre - starkes Rauchen (auch in der Vergangenheit) - Herz-Kreislauf-Erkrankungen - Bluthochdruck - Magen-, Darm- und Lebererkrankungen - stärkeres Asthma bronchiale - Ihr Arzt wird feststellen, ob noch weitere seltene Erkrankungen dagegen sprechen 2. Arztbesuch Nach 3 - 4 Tagen Besprechung evtl. Untersuchungsergebnisse (Bescheinigung nach § 218 muss vorgelegt werden). Besprechung der Verhütung nach dem Schwangerschaftsabbruch. Einnahme von 3 Tabletten Mifegyne (600 µg Mifepriston). Bei etwa 3 % aller Frauen reicht dies zur Einleitung des Abortes. Für 97 % sind weitere Maßnahmen notwendig. 3. Arztbesuch Nach 36 - 48 Std. (1,5 - 2 Tage) erhält die Schwangere ein weiteres Medikament, Prostaglandin, entweder als Tabletten (400 µg Misoprostol) oder als Vaginalzäpfchen (1 mg Gemeprost). Dies führt zu Kontraktionen und erweitert den Muttermund und nach 2 - 4 Std. sollte die Blutung beginnen. Die Frau bleibt bis dahin in der Arztpraxis. In 54 5 aller Fälle wird der Embryo in den ersten 4 Stunden ausgestoßen, in weiteren 22 % innerhalb von 24 Stunden. Die Blutungen können 10 - 14 Tage dauern. 60 % aller Frauen haben stärkere Unterleibskämpfe, in 20 % der Fälle sind deshalb Schmerzmittel erforderlich, bei 40 % kommt es zu Übelkeit mit Erbrechen. Gelegentlich muss die Prostaglandin-Gabe (auch mehrfach) wiederholt werden. 4. Arztbesuch Nach 10 - 15 Tagen Nachuntersuchung, Kontrolle ob die Gebärmutter vollständig leer ist. Erfolgsrate: 95 % Risiko: 1 Todesfall auf 200.000 Medikamenteneinnahmen. Derzeit erfolgen in Deutschland etwa 8 % aller Schwangerschaftsabbrüche medikamentös (deutlich steigende Tendenz). Weiterführende Informationen: http://www.mifegyne.com Top Next |