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Praxis Dr. med. Erik-C. Miller |
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Mechanische
Verhütung
Unter mechanisch versteht man, dass Eindringen der Spermien in die Gebärmutter zu verhindern. Dieses Ziel wird versucht, auf verschiedenen Wegen zu erreichen: Coitus reservatus , Coitus interruptus , Kondom , Portiokappe , Diaphragma , Sterilisation . ![]() (entnommen:
Medical Tribune)
Ein Weg ist eine mehrstündige sexuelle Vereinigung ohne Samenerguss; dieser Coitus reservatus (Mazdaznan-Coitus, Carezza) wird hierzulande allerdings kaum geübt. Ein anderer Weg ist, das Ejakulat von der Scheide der Frau fernzuhalten. Einmal geht das, indem die Kohabitation vor der Ejakulation beendet wird, der Samen wird also ausserhalb der Vagina ergossen, der Coitus interruptus . Es bleibt das Risiko eines Samenkontaktes über die Bettwäsche, die Versagerquote wiest in Europa 20-40 % aus. Zum anderen kann man versuchen, dass Ejakulat so aufzufangen, dass es nicht die Vagina gelangt, also mit einem Präservativ oder Kondom; gelegentlich wird es auch einfach als "Gummi" nach seinem Material oder auch "Froms" nach einem bekannten Hersteller benannt. Die Engländer nennen es "Pariser" und die Franzosen "Londoner". Es gibt aber noch andere nette Bezeichnungen: Die Thailänder nennen es "Gesundheitstüte" oder "Regenmantel", die Niederländer "Pappnase". Die ersten Hinweise für den Gebrauch eines Kondoms finden sich auf Felsmalereien der Steinzeit. Der sagenumwobene König Minos von Knossos auf Kreta, dem damaligen Zentrum der Hochkultur in Europa es schon mit Fischlasen versucht haben. Der Begriff Kondom wird auf Dr. Condom zurückgeführt, einen Arzt am Hofe des englischen Königs Charles II (1660 - 1685). Dieses älteste mechanische Verhütungsmittel wurde auch vor fast 500 Jahren (1564) von dem italienischen Anatomen Fallopio beschrieben, allerdings nicht zur Verhütung, sondern zur Vermeidung von Genitalinfektionen. Er benutzte damals ein Leinensäckchen um die Übertragung von Geschlechtskrankheiten, insbesondere Syphilis, zu verhindern. Später wurden auch andere Materialien versucht, Schildpatt, Leder, Ölpapier oder der Blinddarm von Schafen. Wann genau es in Deutschland eingeführt wurde ist nicht ganz klar, der Göttinger Arzt Christoph Girtanner schimpfte um das Jahr 1789, es gäbe im Deutschen kein Wort für solch einen "schändlichen Gegenstand". Der Durchbruch für das Präservativ kam aber erst, als man Gummi herstellen konnte. Das erste Gummikondom stellte der Engländer Stephen Moulton 1948 her, er benutzte eine Lizenz des Reifenherstellers Goodyear. Heute benutzt man vervorzugt Latex: ![]() Heute sind die meisten Kondome spermizid beschichtet, um Spermien, die die Barriere dennoch überwinden - der PEARL-Index liegt bei 12 - chemisch abzutöten. Das beeinträchtigt natürlich die Flora in der Vagina nachhaltig Allerdings hängt die Sicherheit eng mit der korrekten Handhabung zusammen. Die Preise für Kondome liegen im Allgemeinen zwischen 50 c und 1 € pro Stück, es gibt aber auch teurere. Man kann sie auch bequem im Internet bestellen, wenn man sich vorher in der Apotheke kundig gemacht hat und genau weiss, was man will. Die nächste Möglichkeit besteht darin, die Ejakulation zwar ungehindert zuzulassen, dafür aber das Eindringen der Spermien aus der Vagina in die Gebärmutter zu verhindern. Dazu gibt es - in den USA - Kondome für die Frau, eine umständliche Geschichte.
Und so etwa sitzt es:
Man kann dem Muttermund aber auch eine Kappe aufsetzen. Die vor etwa 150 Jahren von dem Berliner Gynäkologen Wilde eingeführte Portiokappe, die es auch heute noch gibt, hat sich nicht durchgesetzt, das Handling ist zu umständlich.
Der deutsche Arzt Hasse hatte mehr Erfolg, indem er vor etwa 100 Jahren (1882) unter dem Pseudonym Mensinga ein Diaphragma entwickelte, dass von der Frau auch alleine nach Schulung benutzt werden kann. Es erlangte in den USA und England eine ähnlich große Bedeutung wie das Kondom in Europa. Anfang der 60iger Jahre (vor Einführung der Pille ) war das Diaphragma in den Birth-Control- Ambulatorien der angelsächsischen Länder das meist empfohlene Verhütungsmittel. Das Diaphragma wird von einem Frauenarzt genau angepasst (es gibt verschiedene Größen) und vor dem Verkehr im hinteren Scheidengewölbe plaziert. Es kann auch mit chemischen Mitteln kombiniert werden; auf deren negativen Folgen wurde bei den chemischen Methoden bereits ausführlich eingegangen .
Diaphragma und Portiokappe schneiden hinsichtlich der Sicherheit noch schlechter als Präservative ab: PEARL-Index 18, wie beim Coitus interruptus . Der letzte Schrei auf diesem Gebiet ist das "Lea contraceptivum", eine 5,5 cm große Kappe (passt für jede Frau), die jede Frau leicht selbst setzen kann
und die sich an den Muttermund ansaugt. Der Preis liegt wie die Portiokappe bei € 50, die anderen Angaben für die klassische Portiokappe gelten auch hier, Ausnahme: Lea ist nicht rezeptpflichtig, dass heisst die Beschaffung ist ohne Arztkonsultation möglich - aber nicht ratsam! Lea hält bei regelmäßigem Gebrauch etwa 1 Jahr. Letztlich mechanisch ist auch eine Sterilisation, bei der die Eileiter der Frau oder die Samenstränge des Mannes durchtrennt bzw. verschlossen werden. Diese Methode gilt als irreversibel, dass heisst es bedarf eines größeren operativen Eingriffs, um die Fertilität (Fruchtbarkeit) später eventuell wieder herzustellen, ein Erfolg ist dabei keineswegs sicher; in Deutschland sind 8 % aller Frauen im fertilen Alter - das sind derzeit 18,1 Millionen - sterilisiert und etwa 2 % der Männer vasektomiert. We regret that at the moment not yet all left and above in the task bar in English for the order; we operate on it. Top Next |