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Praxis Dr. med. Erik-C. Miller |
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Reiseimpfungen:
Fern- u. Abenteuerreisen
Manche Länder (Endemiegebiete in Afrika und Südamerika, nicht Asien) schreiben für die Einreise eine Gelbfieber-Impfung vor, die in Deutschland nur von einigen Wenigen (z.B. Tropeninstitute) durchgeführt wird; Ihr Reisebüro wird Ihnen, so notwendig, Adressen nennen (oder: ).
Die Impfung ist eine Einmaldosis mit einem Lebendimpfstoff und deshalb
für Schwangere prinzipiell kontraindiziert. Offiziell besteht
Impfschutz ab 10. Tag nach der Impfung (vorher kann eine Einreise
möglicherweise nicht erfolgen) für 10 Jahre. Der
Impfschutz
ist sehr zuverlässig. Hier die
Hauptinfektionsgebiete:![]() Eventuell werden weitere sehr spezielle Impfungen vom Reiseveranstalter oder Institut für Tropenmedizin empfohlen, dies gilt aber meist nur für sehr exotische Fernreisen: Japanische Enzephalitis wird für einen Aufenthalt in ländlichen Gebieten Asiens empfohlen. Der in Deutschland nicht zugelassene Totimpfstoff (internationale Apotheke) wird in 3 Dosen verabreicht: 0. Tag, 7. Tag und 30. Tag oder beschleunigt unter Zeitdruck o. Tag, 7. Tag, 14. Tag. Geimpft werden kann ab 1. Lebensjahr, auch Schwangere mit strenger Indikationsstellung. Die Impfung muss alle 2 Jahre wiederholt werden. Hier die Hauptinfektionsgebiete: ![]() Wer nach Mekka pilgern will, muss sich gegen Meningokokken-Meningitis impfen lassen, sonst verweigert Saudi-Arabien die Einreise. Gleiches gilt für die Sahelzone in Afrika und Gebiete in Indien. Eine Impfdosis gibt Schutz für 3 Jahre. Hier die Hauptinfektionsgebiete: ![]() Abenteuerreisenden wird eine Impfung gegen Tollwut (Rabies, Lyssa - Totimpfstoff) empfohlen. Geimpft wird an den Tagen 0, 7, 21 mit Rabipur®; eine weitere Impfung am Tag 365, die früher empfohlen wurde, ist nicht notwendig. Alle 2 bis 5 Jahre soll mit einer Dosis aufgefrischt werden; nach verdächtigen Bissverletzungen besser 3 Dosen und die Wunden sofort mit Wasser und Seife auswaschen und desinfizieren. Wer einen Langzeitauffenthalt vor sich hat, sollte auch die Haustiere impfen lassen. Wer ungeimpft erkrankt, stirbt! Und das sind weltweit jährlich 60.000 Menschen. Hier die Hauptinfektionsgebiete: ![]() Diese Karte ist für normale Touristen relevant; für Risikopersonen (also Jäger etc.) gilt diese: ![]() Für Rucksacktourismus - schlechte hygienische Bedingungen - wird noch Cholera und Typhus zu diskutieren sein, die auch für Einreisen aktuell gefordert werden können. Für beide Erreger gibt es Lebendimpfstoffe zum Schlucken und Totimpfstoffe für Injektionen. Typhus bricht häufiger in Nordafrika, auf dem indischen Subkontinent und in Südostasien aus, geimpft wird 1 mal alle 3 Jahre, oder es werden Kapseln (Tag 0, 3 und 5) geschluckt. Hier die Hauptinfektionsgebiete: ![]() Gegen Cholera wird je nach Hersteller 1 oder 2 mal im Abstand von 2 bis 6 Wochen geimpft. Auffrischung nach 6 bis 12 Monaten. Nach Schluckimpfung werden die Krankheitserreger 1 Woche lang ausgeschieden. Cholera-Impfungen sind in Deutschland nicht zugelassen (Bezug über Internationale Apotheke aber möglich), da sehr unzuverlässig, besonders die Injektionen. Die Cholera wird durch Bakterien (sog. Vibrio cholerae) verursacht. Diese Bakterien produzieren ein Gift, dass zu einem massiven Flüssigkeits- und Elektrolytverlust mittels starker wässriger, nicht blutiger Durchfälle (sog. Reiswasserstuhl) führt. Ungefähr ein Liter Flüssigkeit kann auf diese Weise pro Stunde verloren gehen und dadurch in kürzester Zeit zu einem lebensbedrohlichen Kreislaufversagen führen. Ein rechtzeitiger, gezielter Flüssigkeits- und Elektrolytersatz ist für eine erfolgreiche Behandlung die wichtigste Maßnahme. Die Wahrscheinlichkeit eines Reisenden an Cholera zu erkranken ist sehr gering und tritt nur in Einzelfällen auf. Nach Deutschland importierte Cholerafälle nehmen daher auch in der Reisemedizin eine untergeordnete Rolle ein (2003: 1 Fall; 2002: 0 Fälle; 2001: 2 Fälle). Im Mai 2004 erkrankte ein 49-jähriger Hamburger nach seinem Thailandurlaub auf der Insel Phuket in Patong Beach, an Cholera. Hier die Hauptinfektionsgebiete: ![]() Besser ist in jedem Fall, sich auf die schlechten hygienischen Bedingungen entsprechend einzustellen und Vorsorgemassnahmen zu ergreifen. Alle Impfungen können simultan (also zum gleichen Zeitpunkt) erfolgen; Zeitabstände sind sonst nur bei Lebendimpfstoffen untereinander einzuhalten:
Ein wichtiges Thema ist aber noch die Malaria tropica (mala aria = ital.: schlechte Luft); in Deutschland gibt es jährlich etwa 1.000 Infektionen bei Tropenrückkehrern und Kurzzeiturlaubern, etwa 20 dieser Patienten sterben. Allerdings würden über 90 % nicht an Malaria erkranken, wenn sie sich richtig verhalten würden: - 14 % der Reisenden war die Gefahr überhaupt nicht bewusst - 18 % Ausländer, die mehr als ein Jahr in Europa lebten und nicht wussten, dass sie bei Rückkehr in ihre Heimat eine Prophylaxe brauchen - 22 % hatten zwar eine Prophylaxe, allerdings die falsche für die besuchte Region, also ärztlich falsch beraten, aber auch Fehler der Apotheke und falsche Mundpropaganda - 21 % unregelmäßige oder zu niedrig dosierte Prophylaxe - 17 % haben trotz richtiger Beratung auf eine Prophylaxe verzichtet NUR 8 % der Erkrankten hatten alles richtig gemacht! Der Erreger (Plasmodium falciparum) wird durch die Anopheles-Mücke übertragen, deren Lebensraum allerdings an Feuchtgebiete gebunden ist.
Das Risiko einer Malaria-Ansteckung ist deshalb in Großstädten oder auch in der Wüste nahe Null. Allerdings "verirrt" sich manchmal eine Mücke in ein Flugzeug und kann dann in der Tat sogar in Gebieten Malaria übertragen, in denen dieser Erreger sonst nicht vorkommt. Auch in Deutschland gab es schon solche Fälle. Gegen Malaria kann (noch) nicht geimpft werden, die Impfung befindet sich im Versuchsstadium. Wir sprechen deshalb auch von Malaria-Prophylaxe. Was bedeutet das? Ganz einfach, die Prophylaxe ist eine vollwertige Behandlung, die bereits einige Zeit vor Reisebeginn begonnen werden muss und über das Urlaubsende hinaus ununterbrochen fortgeführt wird. Besser ist es, sich zusätzlich durch allgemeine Massnahmen zu schützen. Es gibt 2 Malariaschnelltests, die relativ unkompliziert und sicher funktionieren: MalaQuick und OptiMAL; allerdings sollte der Ungeübte unbedingt die Handhabung erlernen. Also, wenn Sie Ihr Weg bei Fernreisen in Feuchtgebiete (besonders Sümpfe) führt, die in Malariaregionen liegen, sind Sie gefährdet. Die Tropeninstitute geben Auskunft über die aktuellen Risikogebiete und auch die Therapie. ![]() Die Malariaerreger reagieren in unterschiedlichen Gebieten verschieden. Viele sind gegen das klassische Mittel Chloroquin bereits resistent. Hier bewähren sich dann andere, neuere Mittel: Zum Beispiel hat sich eine feste Kombination aus Atovaquon (250 mg) und Proguanil (100 mg) [Präparat: Malarone®, 1997] sehr bewährt. Bei 8 Millionen verschriebenen Tabletten gab es bislang keine einzige nachgewiesene Malaria-Erkrankung. Dieses Mittel ist außerdem verträglicher als Chloroquin oder auch Mefloquin. Ein weiterer Vorteil ist, dass erst 2 Tage vor Reiseantritt (bis 7 Tage nach Rückkehr) mit der Therapie begonnen werden muss und sich das Präparat dadurch auch für Last-Minute-Reisende eignet. Anders als in den USA ist das Mittel bislang für Kinder in Deutschland nicht zugelassen, also ist eine Variante dieser Kombination in Vorbereitung und soll Anfang 2003 auf den Markt kommen. Sprechen Sie Ihren Arzt auf dieses Medikament an oder lassen Sie sich von einem Spezialisten für Reisemedizin beraten. Beachten Sie auch das Mindestalter für andere Impfungen bei Kindern, die von der Art der Impfung abhängen. Daneben gibt es das Dengue-Fieber, gegen das aber keine Prophylaxe gibt. Die Infektion erfolgt nur durch den Stich der Überträgermücke (Weibchen von aedes ägypti bzw. albopictus). Diese Moskitos, die nicht identisch mit der Malaria-Mücke sind, stechen vorwiegend tagsüber und am frühen Abend und sind sehr charakteristisch schwarz-weiß-gestreift: sog. "Tigermücke". Sie brüten auch in kleinsten Ansammlungen von sauberem Wasser, wie z.B. Töpfe und Dosen aller Art, kleinen Wasserbecken, Kokosnußschalen oder Astlöchern oder auch in Abzweigungen von Bananenstämmen o.ä., wenn dort Wasser steht. Bei dem Stich der Überträgermücke erfolgt die Übertragung der Krankheitserreger in den Menschen, die sich dort dann weiterentwickeln können und zu einem fieberhaften und unangenehmen, gelegentlich auch gefährlichen Krankheitsbild führen. Eine Impfung ist nicht möglich. Man kann aber Dengue-Fieber aktiv vermeiden: Wer Mückenstiche vermeidet /vermeiden kann, bekommt auch keine Dengue-Fieber-Infektion. Prophylaktische Maßnahmen: Mückengitter, Moskitonetz über dem Bett, Klimaanlage, bedeckende Kleidung, Vorsicht bei Aufenthalten über Tag und abends im Freien (besonders Kinder). Einreiben der unbedeckten Hautstellen mit Repellentien. Bekämpfung von Mückenbrutplätzen in der näheren Umgebung. Stehendes Wasser abführen. Und noch ein Wort zu Pocken. Diese Infektionskrankheit gilt lt. WHO als ausgerottet; sie ist derzeit aber in aller Munde, da der Pocken-Erreger für terroristische Angriffe missbraucht werden könnte. Auch die Bundesrepublik bereitet sich vor und lagert 100 Millionen Impfdosen ein, das Problem wird also ernst gesehen. Offiziell halten nur noch sehr wenige Länder einige Erreger in Laboratorien, wohl aber scheinen auch einige in die falschen Hände gelangt zu sein. Früher wurde gegen Pocken geimpft, die Älteren unter uns haben noch sichtbare Impfnarben (Oberarm oder Oberschenkel); diese Impfungen schützen aber nicht mehr vor einer Erkrankung. Hier ein erkranktes Kind: Jeder Bürger wird im Terrorfall geimpft werden müssen und diese Impfung ist nicht ganz ungefährlich; allerdings scheint es, dass durch Zusatzimpfungen das Risiko verringert werden kann, es wird fieberhaft daran gearbeitet. We regret that at the moment not yet all left and above in the task bar in English for the order; we operate on it. Top Next |