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 Praxis Dr. med. Erik-C. Miller 
                                                                                                                                                                                                                                                                                         

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Vogelgrippe

"Vogelgrippe" (Avian Influenza, AI) ist der Sammelbegriff für Erkrankungen durch vogelpathogene Influenza-Viren. Die seit über hundert Jahren bekannte, weltweit auftretende Tierseuche blieb zunächst auf Federvieh beschränkt; Personen mit unmittelbaren Tierkontakten erkrankten allenfalls mit leichten Bindehautentzündungen. 1997/98 traten im Rahmen eines großen Ausbruchs durch Influenza A (H5N1) in Hongkong erstmals Verläufe mit grippeähnlichen Symptomen und Todesfällen beim Menschen auf. Wichtige Ausbrüche in den letzten Jahren:

1997/98: Historischer Ausbruch der Tierseuche durch Influenza A (H5N1) mit 1,5 Millionen toter Hühner in Hongkong, erstmals grippeähnliche Verläufe beim Menschen dokumentiert: 18 Erkrankungen, davon 6 tödlich. Alle Betroffenen hatten entsprechende Tierkontakte. 

1999: Zwei Kinder erkranken mit leichten Lungenentzündungen durch A (H9N2) in Hongkong, beide überleben. 

2002/03:  Wahrscheinlicher Ausbruch durch Influenza A (H5N1) in Guangdong (Süd-China), über den wenig bekannt wurde; nach der Rückkehr von dort erkrankten in Hongkong drei Mitglieder einer Familie, davon eines tödlich. Der Tod eines weiteren Kindes der gleichen Familie in Guangdong hat wahrscheinlich die gleiche Ursache, wurde aber nicht bewiesen.

2003: Epizootie durch Influenza A (H7N7) im Frühjahr in den Niederlanden mit Übergreifen auf Belgien und Nordrhein-Westfalen. Von 250 menschlichen Erkrankungen verliefen die meisten als Bindehautentzündung, ein Tierarzt verstarb. Bei dieser Erkrankungswelle ließen sich erstmals Übertragungen des Virus von Mensch zu Mensch nachweisen. 

2003: Dezember. Einzelerkrankung eines Kindes mit einer Lungenentzündung durch Influenza A (H9N2) in Hongkong, das überlebte. 

>2003/04: Ausbreitung einer Form der Vogelgrippe durch Influenza A (H5N1) in O-Asien, die zu einer Reihe menschlicher Erkrankungen und Todesfällen geführt hat.

2004: Örtliche bzw. regionale Ausbrüche durch Influenza A (H7) bei Tieren in Pakistan, USA, Kanada, Südafrika und den Niederlanden; leichtere menschliche Erkrankungen wurden hierbei nur in Kanada beobachtet.

2005: Die Ausbreitung der Vogelgrippe in Zuchtbeständen durch Influenza A (H5N1) setzt sich fort, Ausbrüche gibt es gegenwärtig in China, Indonesien, Kambodscha, Kasachstan, Russland, Thailand und Vietnam. Die momentane Ausbreitung der Vogelgrippe:

Vogelgrippe - Ausbreitung

Kranheitsbild

Erkrankung beim Tier (Vogel)
Tiermedizinisch gibt es zwei unterschiedliche Krankheitsbilder: Die leichte ("low pathogenic avian influenza - LPAI") und die schwere ("highly pathogenic avian influenza - HPAI") Verlaufsform. Letztere, auch als "Hühnerpest" bezeichnet, ist für Hausgeflügel fast hundertprozentig tödlich. Durch Änderungen im Erbgut des Virus kann die leichte Form im Lauf eines Ausbruchs in die schwere Verlaufsform übergehen.

Erkrankung beim Menschen
Menschliche Erkrankungen durch vogelpathogene Viren sind im Rahmen eines Ausbruchs in Relation zu den Fallzahlen beim Tier extrem selten. Sie setzen in der Regel einen unmittelbaren Kontakt zum erkrankten Federvieh voraus. Bis vor kurzem handelte es sich dabei fast ausschließlich um Bindehautentzündungen. Übertragungen von Mensch zu Mensch wurden bisher nur vereinzelt gesehen. Allgemeininfektionen sind selten und erst seit wenigen Jahren bekannt. Klinische Erfahrungen zu Erkrankungen sind daher limitiert. Danach beginnt das Krankheitsbild mit Fieber, Halsschmerzen und Husten. Bei den schweren Verläufen entwickelt sich eine Lungenentzündung, die eventuell tödlich enden kann. Die Diagnose erfolgt durch den Erregernachweis wie bei der menschlichen Grippe. 

 
Erreger und Übertragung

Erreger der "Vogelgrippe" sind Influenza-Viren der Gruppe A. Diese Viren werden in weitere Subtypen unterteilt, abhängig von bestimmten Eiweißmolekülen auf ihrer Oberfläche. Die menschliche Grippe wird von Influenza-Viren der Subtypen H1 und H2 verursacht. Vogelkrankheiten werden von den Subtypen H7 und H5 ausgelöst. Die Buchstaben H und N stehen für Hämagglutinin und Neuraminidase, jene Eiweißmoleküle, die für die Infektion der Zellen verantwortlich sind.

Die aktuellen Ausbrüche in Asien werden im wesentlichen durch A (H5N1) verursacht. Prinzipiell sind alle Vögel empfänglich, am meisten Hausgeflügel, z.B. Hühner, Puten, Gänse, am wenigsten Wildenten sowie andere Wasser- und Zugvögel, die wahrscheinlich als Reservoir und Transportmittel für den Erreger dienen, auch über weitere Distanzen. Infizierte Tiere scheiden das Virus in großen Mengen aus, besonders mit dem Kot. Es kann in der Umwelt längere Zeit überleben, vor allem bei niedrigen Temperaturen, und direkt von Tier zu Tier wie auch indirekt durch Gegenstände, Futter, Transportmittel sowie durch den Menschen und andere Tiere von Farm zu Farm übertragen werden. Kontrollmaßnahmen sind daher nicht einfach und beinhalten neben sanitären Maßnahmen und Quarantäne eine großflächige Abtötung inkubierter oder benachbarter Tierbestände.
Die Möglichkeit zur Impfung von Tierbeständen gegen Vogelgrippe wird von den Behörden verschiedener Länder uneinheitlich beurteilt. Sie schützt zwar den Bestand, nimmt aber der serologischen Testung auf Vogelgrippe-Kontakt ihre Warnfunktion, da zwischen impf- und infektionsbedingten Antikörpern bislang nicht unterschieden werden kann. Daher dürfen gegenwärtig geimpfte Tierbestände nicht in die EU importiert werden. Hinzu kommt die Unklarheit, ob ein geimpftes Tier nur selbst geschützt ist und dennoch das Virus mit dem Kot weiter ausscheidet, oder ob durch die Impfung wirklich Infektketten unterbrochen werden. Die Empfänglichkeit anderer Tierklassen für das Angehen und die Verbreitung der Vogelgrippe-Viren ist noch nicht ausreichend bekannt. Bisher gibt es Beobachtungen bei einigen Säugetieren wie Schweinen, Robben, Walen, Nerzen, Frettchen sowie neuerdings für A (H5N1) für Feliden (Tiger, Leopard, Hauskatze). Die Gefahr für die Menschheit liegt in der Möglichkeit, dass sich dieser Erreger mit menschlichen Grippeviren verbindet und dadurch eine weltweite Epidemie auslösen kann. 
 
Vorbeugung

Fast alle Infektionen mit Influenza A (H5N1) beim Menschen ließen sich bisher auf unmittelbaren Kontakt mit lebendem Federvieh zurückführen. Die Übertragung erfolgt über die Luft (aerogen). Grippeviren werden durch Erhitzen abgetötet. Eine Gefährdung durch den Verzehr von ausreichend gegartem Hühnerfleisch oder Eiern ist nicht ersichtlich. Übertragungen von Mensch zu Mensch (Familie, Pflegepersonal) sind prinzipiell möglich, bisher aber noch nicht bewiesen.

Daraus resultieren folgende Ratschläge:

- In den Infektionsgebieten sind Kontakte mit lebendem Federvieh und rohem Geflügel (z.B. auf Märkten und Farmen) zu meiden.
- Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Kontakte zu Erkrankten sollten vorsichtshalber gemieden werden.
- Fleisch und Eier von Geflügel sind vor dem Verzehr ausreichend zu erhitzen.
- Sorgfältige Hygiene bei Zubereitung der Nahrung ist einzuhalten.
- Bei (beruflicher) Exposition ist adäquater Infektionsschutz zu beachten.
- Menschliche Erkrankungen an Vogelgrippe sind bisher extrem selten. Bei Fieber und grippalen Krankheitserscheinungen nach verdächtigen Tierkontakten im Infektionsgebiet ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
- Reisewarnungen oder -beschränkungen gibt es nicht. Die Impfung mit handelsüblichen Grippe-Impfstoffen schützt vor dieser Erkrankung nicht, kann jedoch die Gefahr der Ausbreitung menschenpathogener Varianten des Erregers vermindern und insofern die Koexistenz von humaner und Vogelgrippe als mögliche Startphase einer großräumigen Pandemie vermeiden helfen. Ein spezieller Impfstoff gegen die Vogelgrippe ist seit vorigem Jahr in der Entwicklung, aber noch nicht erhältlich.

Die Vogelgrippe hat jetzt auch Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Baden-Würthemberg) errreicht; insgesamt sind 8 EU-Länder betroffen. In Frankreich, dem größten Geflügelproduzenten der EU sind bei Lyon erstmals auch Nutztierbestände betroffen.
 
Weiter Infos können Sie dem Informationsblatt des Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, entnehmen: PDF-Datei.


We regret that at the moment not yet all left and above in the task bar in English for the order; we operate on it.


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